Baltika, auch Fennosarmatia oder Fennoskandia, ist ein proteozoischer Kontinent. Er enstand als Bruchstück des Superkontinents Rodinia vor etwa 800 Millionen Jahren. Er umfasst die Landmassen rund um das Baltische Meer, Schottland, Skandinavien, Polen und die Russische Tafel. Der zentrale Kraton ist der Baltische Schild.
Die Gneise der zu Baltika gehörenden Halbinsel Kola sind mit 2,5 bis 3,5 Milliarden Jahre die ältesten Gesteine Europas. Sie stammen möglicherweise aus dem Superkontinent Ur. Nur der Actasta-Gneis aus Kanada ist mit rund 4 Milliarden Jahre noch älter
Ebenso wie die anderen nördlichen und westlichen Teile Rodinias, Laurentias und Sibiria/Kasachstans, trug der Kontinentalkern Baltikas einen breiten Küstenschelf erodierten Gesteins auf seinem Weg vom Äquator nach Norden mit sich. Die Kambrische Explosion (ab 542 Millionen Jahre) vollzog sich in den dortigen seichten Gewässern.
Während des Ordoviziums lagerte sich weiteres abgetragenes Gestein um die nun nordöstlich driftenden Kontinentalkerne und bildete eine von seichten Küstenmeeren umgebene Inselkette im Iapetus-Ozean. Dieses Meer spreizte sich und subduzierte die Schollen, die umgebenden Kontinentinseln hoben sich östlich zur Kaledonische Orogenese und westlich zur Takonischen Orogenese.
Im Silur kollidierte Baltika mit dem kleineren Avalonia und bildete dann mit Laurentia im Devon den neuen Großkontinent Euramerika bzw. Laurussia. Die Kaledonischen Gebirge warfen sich dadurch auf Baltika und Avalonia weiter auf, während die Appalachen auf Laurentia wuchsen und die Takonischen Berge falteten, verzerrten und zum Teil überschichteten.
Vor 300 Millionen wurde Baltika als integrierter Konstituent Euramerikas Teil Pangäas, und vor 150 Millionen Jahre des neuentstandenen Nordkontinents Laurasia.
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