Eine Superkontinent ist eine zusammenhängende Landmasse von mehreren – oder allen – Kontinentalkernen bzw. Kratonen der Lithosphäre. Die Grenze zum Großkontinent ist fließend.
Neben den heutigen Gorßkontinenten Afrika-Eurasien und Gesamtamerika gab es auf der Erde mehrere – mehr oder weniger gesicherte – Superkontinentzyklen.
- Ur im frühen Archaikum – vor 3 Milliarden bis 1 Milliarde Jahre – gilt als Hypothetisch wie auch sein möglicher Bruderkontinent Arktica – vor 2,5 Milliarden Jahre
- Kenorland im Paläoproterozoikum – vor 2,45 Milliarden bis 2,11 Milliarden Jahre – gilt als paläomagnetisch wahrscheinlich. Spuren deuten auf eine Vereisung hin, die sogenannte Huronische Eiszeit
- Columbia im Paläoproterozoikum – vor 1,8 Milliarden Jahre bis gilt als hypothetisch, wie auch seine konstituierenden Teile Nena und Atlantika
- Gondwana vom Proterozoikum bis zum Mesozoikum – vor 1,1 Milliarden bis 150 Millionen Jahre. Der große Superkontinent gilt als gesicherter Konstituent sowohl Rodinias und auch Pangäas.
- Rodinia im Proterozoikum – vor 1,1 Milliarden bis 800 Millionen Jahre – gilt als gesichert. Kartierung und Chronolgie ist aber umstritten.
- Pannotia im Neoproterozoikum – vor etwa 600 bis 540 Millionen Jahre – gilt als Bruchstück Rodinias. Hier kam es zu ersten gesicherten, möglicherweise globalen, Vereisung der Erde.
- Euramerika im Paläozoikum – vor etwa 400 bis 300 Millionen Jahre – gilt als gesicherter Konstituent Pangeas ebenso wie seine Teile Laurentia, Baltika und Avalonia. In die Zeitphase seiner Bildung fällt vor 500 Millionen Jahren die Kaledonische Gebirgsbildung – der Iapetus-Ozean wurde zum Sutur – und später, vor 400 Millionen Jahre die Variszische Orogenese. An der Grenze zwischen Ordovizium und Silur –vor etwa 444 Millionen Jahre – kam es zur zweiten Eiszeit der Erde. Möglicherweise war starke Staubentwicklung durch Meteoriteneinschlag, Umlenkung der Meeresströmungen durch die Kontinentaldrift, Schwankung der Erdbahn oder eine Änderung des Erdmagnetfeldes Ursache für den Temperatursturz, da die Kontinente sich in gemäßigten Breiten bewegten.
- Pangäa im Paläo- bis Mesozoikum – vor etwa 300 bis 150 Millionen Jahren – gilt als gesichert. Der Rheische Ozean zwischen dem Nord- und den beiden Südteilen wurde geschlossen, das Tethysmeer bildete eine riesige Bucht des Urozeans Panthalassa im Osten des globalen Superkontinents. In seiner frühen Periode war Pangäas südlicher Teil – das alte Gondwana – von der dritten, vorletzten Eiszeit im Karbon / Perm betroffen.
Wenn alle Kontinenten zu einer Landmasse vereint sind, treten spezielle klimatische Bedingungen auf. Es gibt wenig beregnete Küstenlinien und mehr Trockengebiete im Inneren des Kontinents. Auch die Entstehung von Arten wird durch das Aufspalten eines Superkontinents massiv beeinflusst. So fand zum Beipsiel eine Separierung von Beuteltieren in Australien und den übrigen Säugetieren statt.
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